Freitag, 4. Februar 2011

Bernd Eichinger

Nach dem Tod von Bernd Eichinger steht die deutsche Filmbranche unter Schock. Mit "Manta Manta" und "Voll Normal" hatte ich zweimal die Freude mit Bernd Eichinger zusammen drehen zu dürfen. Ich habe ihn als freundlichen, hilfsbereiten und filmbesessenen Filmemacher in Erinnerung. Er hatte für seine Mitarbeiter und Kollegen immer ein offenes Ohr.
So kam ich vor Jahren nach dem ersten gemeinsamen Dreh abends in mein Zimmer eines Kölner Luxushotels. Als ich mich zum Textlernen ins Bett legte, musste ich feststellen, dass das gesamte Laken und die Matratze durchnässt waren.
Durch den unwiderstehlichen Geruch war schnell klar: hier hatte vorher jemand in's Bett gepinkelt. Nach telefonischer Beschwerde und mehreren Meinungsverschiedenheiten mit dem zuständigen Personal - man wollte mir doch tatsächlich nur das Laken wechseln oder ein Feldbett aufstellen - lief ich runter in die Lobby. "Man sei ausgebucht und es gäbe kein anderes Zimmer", war auch dort zu hören. Ich ging wütend und aufgebracht zur Bar - jetzt brauchte ich ein Bier!
Dort traf ich dann Bernd - natürlich erzählte ich ihm kurz und aufgebracht die Geschichte - er konnte es schlichtweg nicht fassen:"Das kann doch wohl nicht wahr sein!".
Darauf hin lief er schnaufend zur Rezeption und klärte die Angelenheit auf seine unnachahmliche Weise. Innerhalb von 5 Minuten hatte ich zwar kein neues Zimmer, dafür aber eine Suite mit Blick auf den Rhein.
Eines der Erlebnisse, die mir immer in Erinnerung bleiben werden - eben auch wegen Bernd Eichinger.